Pollenallergie beim Hund: Wenn der Frühling juckt – Symptome, Hausmittel & Hilfe

Für die meisten Hundebesitzer ist der Frühling die schönste Zeit des Jahres. Doch für viele unserer Vierbeiner beginnt mit den ersten Sonnenstrahlen eine echte Leidenszeit. Während wir Menschen meist mit tränenden Augen und einer laufenden Nase kämpfen, zeigt sich die Pollenallergie beim Hund oft ganz anders: Dein Liebling kratzt sich blutig, leckt exzessiv seine Pfoten und kommt einfach nicht zur Ruhe.
Wenn die Pollenzeit beginnt, stehen wir oft hilflos daneben. Der ständige Juckreiz ist nicht nur für das Tier eine Qual, sondern belastet auch dich als Halter. Man möchte helfen, weiß aber oft nicht wie. Ist es wirklich eine Pollenallergie? Oder doch das Futter? Und was kann man tun, außer Cortison zu geben? In diesem Artikel möchte ich dir zeigen, wie du die Symptome richtig deutest und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt.
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Dr. Ilse Ertl
Dieser Beitrag wurde in Zusammenarbeit mit der Tierärztin Dr. Ilse Ertl erstellt. Sie besitzt seit 20 Jahren eine eigene Kleintierpraxis in der Nähe von München und gibt ihr Wissen gerne an interessierte Hundebesitzer weiter.
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Was ist eine Pollenallergie genau?
Eine Pollenallergie, medizinisch als atopische Dermatitis oder Atopie bezeichnet, ist eine chronische Erkrankung der Haut. Sie entsteht durch eine Fehlfunktion des Immunsystems, das eigentlich den Hundekörper vor Krankheitserregern schützen soll. Bei einer Allergie stuft die Abwehr jedoch harmlose Stoffe als Feinde ein. Diese sogenannten Allergene sind hier die Blüten-Stäube von Gräsern, Bäumen oder Kräutern.
Kommt dein Hund mit ihnen in Kontakt – sei es über die Atemwege oder direkt über die Haut –, bildet der Körper spezifische IgE-Antikörper. Diese lösen eine chemische Kettenreaktion aus, bei der Histamin freigesetzt wird. Dieser Botenstoff ist verantwortlich für die entzündlichen Reaktionen und den quälenden Juckreiz.
Ein großes Problem bei betroffenen Hunden ist zudem eine oft undichte Hautbarriere. Du kannst dir die Haut wie eine rissige Mauer vorstellen, durch die die winzigen Pollen leicht eindringen und die Abwehrreaktion befeuern können. Die Ursache liegt also tief im System, weshalb nur ein ganzheitliches Management die Lebensqualität deines Lieblings langfristig sichern kann.
Es ist schwer mitanzusehen, wie der eigene Hund unter der Unruhe leidet. Schenke ihm eine kleine Auszeit vom ständigen Juckreiz-Stress. Unsere Beruhigungs-Formel wurde genau dafür entwickelt, um sanft und verträglich für mehr Gelassenheit im Alltag zu sorgen.
Symptome: Die klassischen Anzeichen einer Pollenallergie
Wenn wir Menschen an Heuschnupfen denken, haben wir meist Niesattacken und eine laufende Nase im Kopf. Als Tierärztin muss ich besorgte Halter jedoch oft aufklären: Unsere Vierbeiner reagieren anders. Bei einer Pollenallergie ist primär die Haut das Zielorgan, nicht die Atemwege. Das absolute Hauptsymptom, das ich in meiner Praxis tagtäglich sehe, ist ein quälender, oft nicht enden wollender Juckreiz.
Meiner tierärztlichen Erfahrung nach solltest du besonders auf folgende Anzeichen achten, die typisch für eine Reaktion auf Gräser oder Blüten sind:
- Pfoten lecken und knabbern: Dies ist meist das allererste Signal, das mir bei Patienten auffällt. Die Pollen haften direkt an den Ballen und zwischen den Zehen. Der Hund versucht, den Juckreiz durch Lecken zu lindern. Bei hellen Hunden sehe ich hier oft eine rötlich-braune Verfärbung des Fells an den Pfoten, die durch den Speichel entsteht.
- Reiben des Gesichts: Viele meiner Patienten reiben ihre Schnauze und die Augenpartie an Teppichen, Sofas oder an den Beinen ihrer Besitzer. Die Haut um die Augen und den Fang ist dabei oft gerötet und das Fell wirkt licht.
- Entzündete Ohren: Was viele Besitzer überrascht: Wiederkehrende Ohrenentzündungen sind oft allergisch bedingt. Ich sehe dann hochrote, warme Gehörgänge und Hunde, die häufig den Kopf schütteln. Hier rate ich immer dazu, nicht nur das Ohr zu behandeln, sondern nach dem Auslöser zu suchen.
- Hautausschläge am Körper: Besonders an wenig behaarten Stellen wie dem Bauch, den Leisten oder in den Achseln zeigen sich oft Rötungen, kleine Pusteln oder nässende Hautstellen. Wenn die Allergie chronisch wird, beobachte ich oft, dass sich die Haut dunkel verfärbt und verdickt – wir Tierärzte sprechen dann von einer sogenannten Elefantenhaut.
Zwar stehen die Hautprobleme im Vordergrund, aber ich sehe durchaus auch klassische Symptome wie tränende Augen oder eine Bindehautentzündung. Echte Atemprobleme oder allergisches Asthma sind beim Hund im Vergleich zum Menschen eher selten. Solltest du hier jedoch einen Verdacht haben, empfehle ich dir dringend, das zeitnah in deiner Tierarztpraxis abklären zu lassen.
Wann fliegt was? Der Pollenflugkalender für Hunde
Leider ist die Pollenzeit nicht auf wenige Wochen im Frühling begrenzt. Je nachdem, worauf dein Vierbeiner reagiert, kann sich die Saison über viele Monate ziehen. Um die Pollenkonzentration im Alltag besser einschätzen zu können, lohnt sich ein Blick auf den Kalender. Ich unterteile das Jahr in meiner Praxis meist in drei große Phasen: Die Zeit der Bäumen, die Hochsaison der Gräser auf den Wiesen und schließlich die Phase der Kräuter im Spätsommer.
| Zeitraum | Pflanzenart | Häufige Auslöser |
| Vorfrühling (Februar – April) | Bäume (Frühblüher) | Hasel, Erle, Birke, Weide, Pappel |
| Frühling & Sommer (Mai – Juli) | Gräser & Getreide | Roggen, Wiesenlieschgras, Knäuelgras, Weidelgras |
| Spätsommer & Herbst (Juli – Oktober) | Kräuter | Beifuß, Ambrosia, Wegerich, Brennnessel |
Besonders die Allergie gegen Gräser sehe ich bei meinen Patienten extrem häufig, da unsere Hunde beim Spaziergang durch die hohen Wiesen wortwörtlich in einem Meer aus Allergenen baden.
💡Tipp: Der Pollenflug schwankt je nach Tageszeit und Wetter. In der Stadt ist die Konzentration oft abends am höchsten, während sie auf dem Land eher morgens ihren Höhepunkt erreicht. Ich empfehle meinen Patienten daher, die großen Gassirunden strategisch zu planen. Nutze zudem regnerische Tage für ausgedehnte Runden, denn der Regen wäscht die Luft rein und verschafft den geplagten Schleimhäuten und der Haut eine kurze Verschnaufpause.
Diagnose: Ist es wirklich eine Allergie?
Viele Hundehalter kommen mit einem klaren Verdacht zu mir in die Praxis: „Mein Hund hat sicher eine Allergie, er kratzt sich ständig.“ Doch so einfach die Symptome wirken, so komplex ist oft der Weg zur sicheren Diagnose. Als Tierarzt muss ich hier Detektivarbeit leisten, denn Juckreiz kann viele Gesichter haben.
Bevor wir an teure Allergietests denken, müssen wir zunächst die häufigsten Ursachen ausschließen. Dazu gehören Parasiten wie Flöhe oder Milben sowie Hautpilze und bakterielle Infektionen. Erst wenn diese „Kandidaten“ vom Tisch sind, richten wir den Blick auf allergische Reaktionen.
Eine große Herausforderung ist die Unterscheidung zur Futtermittelallergie. Die Anzeichen ähneln sich oft zum Verwechseln: Pfotenlecken, Ohrenentzündungen und Hautausschläge. Ein wichtiger Hinweis ist für mich die Saisonalität. Hat dein Liebling die Probleme nur im Frühling oder Sommer? Das spricht für Pollen. Kratzt er sich das ganze Jahr über konstant? Dann müssen wir eher Richtung Futter oder Hausstaubmilben denken.
Um den Verdacht auf eine Pollenallergie zu erhärten, kann ein Bluttest sinnvoll sein. Hierbei suchen wir im Blut nach spezifischen IgE Antikörpern gegen Gräser, Bäume oder Kräuter. Ich erkläre meinen Patienten jedoch immer: Ein positiver Test allein ist noch keine Diagnose. Er zeigt nur, dass der Körper Antikörper gegen gewisse Stoffe gebildet hat. Entscheidend ist, ob diese Testergebnisse zu den Symptomen passen, die dein Hund im Alltag zeigt. Nur wenn Bild und Befund übereinstimmen, können wir gezielt handeln.
Schulmedizinische Behandlung: Was der Tierarzt tun kann
Ist die Diagnose gestellt, ist mein oberstes Ziel, dem Hund schnell Hilfe zu verschaffen und den Teufelskreis aus Jucken und Kratzen zu durchbrechen. Denn chronischer Juckreiz ist für das Tier eine enorme psychische Belastung.
Die modernen Behandlungsmöglichkeiten in der Veterinärmedizin haben sich in den letzten Jahren glücklicherweise enorm weiterentwickelt. Wir haben heute weit mehr Optionen als nur das klassische Cortison:
- Symptomatische Therapie: Um dem Hund sofortige Erleichterung zu verschaffen, setze ich oft auf moderne Medikamente, die gezielt in den Juckreiz-Signalweg eingreifen. Dazu gehören Tabletten oder die sehr beliebte monatliche Spritze mit monoklonalen Antikörpern. Diese neutralisieren den Botenstoff, der den Juckreiz auslöst, ohne dabei das gesamte Immunsystem so stark zu belasten wie Cortison. Das ist oft ein Segen für die Lebensqualität von Hund und Halter.
- Kausale Therapie zur Desensibilisierung: Möchten wir nicht nur die Symptome unterdrücken, sondern die Ursache angehen, empfehle ich oft eine Hyposensibilisierung (ASIT). Diese Allergie Therapie ist vergleichbar mit einer Impfung. Wir spritzen dem Hund über einen langen Zeitraum hinweg winzige Mengen der Allergene, auf die er reagiert. Ziel ist es, das Immunsystem langsam daran zu gewöhnen, damit es die Pollen nicht mehr als Feind bekämpft.
Diese Therapie erfordert Geduld – oft dauert es Monate bis zum Erfolg –, ist aber die einzige Möglichkeit, den Körper langfristig umzuprogrammieren. Welche Strategie für deinen Vierbeiner die beste ist, entscheiden wir immer individuell, je nach Schweregrad und Alter des Hundes.
Medikamente lindern den Juckreiz, aber was ist mit den „Nerven“? Ein entspanntes Nervensystem ist der Schlüssel, um besser mit der allergischen Belastung umzugehen. Unsere tierärztlich entwickelte Beruhigungs-Formel liefert wichtige Nährstoffe wie Magnesium und L-Tryptophan, um die innere Balance wiederherzustellen.
7 bewährte Sofort-Maßnahmen & Hausmittel gegen Pollen
Neben der medizinischen Behandlung ist das sogenannte Allergen-Management das A und O. Das Ziel ist simpel: Wir wollen die Menge der Pollen, die auf dem Hundekörper landen, so weit wie möglich reduzieren. Denn weniger Kontakt bedeutet weniger Juckreit. Ich stelle dir hier meine 7 besten Tipps vor, die du sofort in euren Alltag integrieren kannst:
Der „Pollen-Stopp“ nach dem Gassi
Der wichtigste Handgriff überhaupt: Wenn ihr vom Spaziergang nach Hause kommt, darf der „Feind“ nicht mit rein. Ich rate dazu, die Pfoten und den Unterbauch nach jedem Ausflug gründlich zu reinigen. Ein trockenes Tuch reicht oft nicht aus, da die mikroskopisch kleinen Pollen hartnäckig haften. Nutze am besten ein feuchtes Mikrofasertuch oder stelle eine flache Schüssel mit lauwarmem Wasser bereit, um die Pfoten kurz abzuspülen. Achte besonders auf die Bereiche zwischen den Zehen – hier sammeln sich die Allergene extrem gerne und lösen das typische Knabbern aus.
Walking-Management
Passe deine Routen und Zeiten clever an. Vermeide in der Pollenzeit Wege, die direkt durch hohe Wiesen oder blühende Felder führen. Auch wenn es schwerfällt: Dein Liebling sollte jetzt nicht durch das hohe Gras tollen. Beachte zudem die Pollenkonzentration: In der Stadt ist die Belastung abends oft am höchsten, auf dem Land dagegen morgens. Lege die großen Runden also antizyklisch. Und: Nutze Regentage! Nach einem Schauer ist die Luft rein gewaschen – die perfekte Zeit für langes Durchatmen.
Fellpflege
Bürste deine Fellnase in der Frühlingszeit täglich, am besten draußen vor der Tür. So entfernst du lose Haare und anhaftende Blüten-Stäube mechanisch aus dem Pelz. Bei kurzhaarigen Rassen genügt oft das Abreiben mit einem feuchten Lederlappen. Bei langhaarigen Hunden kann es in extremen Phasen nötig sein, das Fell einmal wöchentlich mit einem milden, rückfettenden Shampoo zu waschen, um die Last vom Körper zu nehmen.
Wohnraum-Hygiene
Dein Zuhause sollte die allergiefreie Zone sein. Sauge Teppiche und Polster häufiger als sonst und wasche die Hundedecken regelmäßig bei mindestens 60 Grad. Ein Punkt, der vielen Hundebesitzern schwerfällt, aber medizinisch oft Wunder wirkt: Lass den Hund in der Hochsaison nicht im Schlafzimmer schlafen. Wir wirbeln nachts durch unsere Bewegung Pollen auf, die in Kleidung oder Haaren hängen, was die sensiblen Schleimhäute und die Haut des Hundes die ganze Nacht reizt.
Hautbarriere stärken
Da die Haut von Allergikern oft „undicht“ ist, müssen wir sie von außen abdichten. Hochwertiges Kokosöl oder spezielle Schäume vom Tierarzt können helfen, den Schutzfilm zu stärken. Das Öl wirkt zudem leicht antibakteriell und hält die Hautstellen geschmeidig, sodass weniger Risse entstehen, durch die Krankheitserreger eindringen können.
Kühle Wickel
Wenn der Juckreiz akut ist und die Haut glüht, sind kühle Umschläge eine Wohltat. Nimm ein sauberes Baumwolltuch, feuchte es mit kühlem Wasser an und lege es für einige Minuten auf die betroffenen Stellen am Bauch oder den Beinen. Das zieht die Hitze aus der Entzündung und beruhigt die Nerven. Viele Vierbeiner genießen diese Hilfe sehr und entspannen sich dabei sichtlich.
Kleidung
Es klingt für manche vielleicht übertrieben, aber Schutzkleidung ist oft die effektivste Barriere. Ein leichter Hunde-Body oder ein T-Shirt beim Spaziergang verhindert, dass die Pollen von Gräsern und Kräutern überhaupt erst die Haut am Bauch und Rücken berühren. Zudem verhindert der Body, dass sich dein Hund zu Hause blutig kratzt, falls es doch mal juckt.
Der unsichtbare Feind: Stress durch Dauerjucken
Wenn wir über Pollenallergie beim Hund sprechen, konzentrieren wir uns meist auf die sichtbaren Symptome: die gerötete Haut, die offenen Stellen, das Fell. Doch in meiner Praxis sehe ich oft einen Aspekt, der genauso schwer wiegt, aber häufig übersehen wird: der enorme psychische Stress. Die ständige Unruhe versetzt den Hundekörper in einen dauerhaften Alarmzustand.
Das Problem dabei: Es entsteht ein fataler Teufelskreis. Durch den Stress schüttet der Körper vermehrt das Stresshormon Cortisol aus. Paradoxerweise unterdrückt Cortisol zwar kurzfristig Entzündungen, aber dauerhafter Stress schwächt das Immunsystem und die Regenerationsfähigkeit der Haut massiv. Ein gestresster Hund kratzt sich aggressiver, schläft schlechter und reagiert noch empfindlicher auf Reize.
Viele Hundehalter berichten mir: „Er ist nicht mehr er selbst, er ist gereizt und tigert nachts durch die Wohnung.“ Genau hier müssen wir ansetzen. Um die Allergie in den Griff zu bekommen, müssen wir dem Hund helfen, aus diesem Stress-Rad auszusteigen.
Unsere Empfehlung: Innere Ruhe für juckende Zeiten
Als Ergänzung zur tierärztlichen Behandlung und Pflege der Haut empfehle ich daher oft, auch die „Nerven“ zu füttern. Wir müssen dem Körper aktiv helfen, wieder runterzufahren. Genau dafür haben wir die Vetura Beruhigungs-Formel entwickelt.
Es mag auf den ersten Blick ungewöhnlich klingen, bei einer Pollenallergie ein Produkt für die innere Ruhe einzusetzen. Aber der Ansatz ist logisch: Nur wenn dein Liebling nachts tief schläft und nicht bei jedem kleinen Kribbeln hochschreckt, kann sich der Organismus erholen und die Hautbarriere reparieren.
Unsere Beruhigungs-Formel setzt dabei auf eine sanfte, natürliche Unterstützung ohne Chemie-Keule:
- Magnesium & B-Vitamine: Durch das ständige Kratzen und die Anspannung ist die Muskulatur oft verhärtet. Magnesium hilft, diese körperlichen Verspannungen zu lösen, während B-Vitamine die gestressten Nervenbahnen unterstützen.
- Baldrian & Hopfen: Diese bewährten Pflanzenstoffe fördern die körperliche Entspannung und helfen deinem Hund, schneller in den wichtigen Tiefschlaf zu finden – trotz Juckreiz.
- L-Tryptophan: Diese Aminosäure ist die Vorstufe des „Glückshormons“ Serotonin. Sie hilft, die gereizte Stimmung zu heben und sorgt für mehr Gelassenheit im Alltag.

Es ist kein Wundermittel gegen die Pollen selbst, aber es ist oft das fehlende Puzzleteil, um deinem Hund die nötige Ruhe zu schenken, die er für die Genesung braucht.
Ernährung & Darm: Unterstützung von innen
Du fragst dich vielleicht: Was hat der Inhalt des Napfes mit den Pollen draußen auf der Wiese zu tun? Die Antwort lautet: Eine ganze Menge. Da etwa 80 % des Immunsystems im Darm sitzen, ist ein gesunder Verdauungstrakt die absolute Basis für eine regulierte Abwehrreaktion. Ist der Darm gestört, reagiert der Körper oft überempfindlich auf Umweltreize. Um den Hundekörper in der Pollenzeit zu entlasten und die Haut von innen zu stärken, empfehle ich meinen Patienten diese konkreten Maßnahmen für den Napf:
- Der „Ölwechsel“ für die Haut: Integriere hochwertige Omega-3-Fettsäuren in den Futterplan. Besonders Lachsöl oder Algenöl sind reich an EPA und DHA. Diese Fettsäuren wirken im Körper entzündungshemmend und helfen massiv dabei, Rötungen und Juckreiz zu lindern. Sie sind quasi das Schmiermittel für eine geschmeidige Hautbarriere.
- Belastung senken durch hypoallergene Kost: Oft leiden Hunde unter einer Mischung aus Pollen- und Futtermittelallergie. Wenn das Immunsystem schon mit Rind oder Weizen kämpft, bringt das kleinste bisschen Pollen das Fass zum Überlaufen. In der Hochsaison kann es daher Wunder wirken, auf eine leicht verdauliche, hypoallergene Kost umzusteigen, um die „Grundlast“ der Allergene zu senken.
- Darmflora aufbauen: Eine gezielte Darmkur mit Probiotika und Präbiotika stabilisiert das Mikrobiom. Ein starkes Mikrobiom dichtet die Darmwand ab, sodass weniger Schadstoffe in den Blutkreislauf gelangen, die das Immunsystem triggern könnten.
- Haut-Vitalstoffe: Achte darauf, dass dein Futter ausreichend Zink und Biotin enthält. Diese beiden Stoffe sind essenziell für die Zellerneuerung der Haut und helfen dabei, aufgekratzte Hautstellen schneller abheilen zu lassen.
- Wasser marsch: Sorge dafür, dass dein Liebling viel trinkt. Trockene Schleimhäute sind durchlässiger für Pollen. Ein gut hydrierter Körper kann Fremdstoffe besser abtransportieren. Tipp: Ein Schuss Knochenbrühe im Wasser macht das Trinken attraktiver.
💡 Wichtiger Hinweis: Hausmittel haben ihre Grenzen. Bitte gehe dringend zum Tierarzt, wenn sich dein Hund blutig beißt, die Hautstellen nässen, eitern oder übel riechen. Auch bei starker Schwellung im Gesicht, eitrigem Augenausfluss oder plötzlicher Atemnot zählt jede Minute. Warte in diesen Fällen nicht ab, sondern suche dir sofort professionelle Hilfe.
Fazit
Die Diagnose Pollenallergie beim Hund klingt oft stressig, ist aber heute sehr gut managebar. Ich möchte dir Mut machen: Auch wenn die Allergie meist lebenslang bleibt, können wir den Juckreiz kontrollieren und deinem Vierbeiner einen entspannten Frühling schenken.
Der Schlüssel ist nicht die eine Wunderpille, sondern der Mix aus tierärztlicher Therapie, konsequentem Pollen-Management und innerer Ruhe. Warte bei Symptomen nicht zu lange, sondern hole dir frühzeitig Rat beim Tierarzt. Mit etwas Geduld und der richtigen Unterstützung könnt ihr die Natur bald wieder gemeinsam genießen – mit voller Lebensqualität.
Häufige Fragen zur Pollenallergie beim Hund
Die Beruhigungs-Formel für Hunde wurde entwickelt, um Hunde bei Stress und Angst zu unterstützen.

