Panikattacken bei Hunden: Was du jetzt tun kannst

Wenn dein Hund plötzlich zittert, hechelt oder in panischer Angst erstarrt, kann dich das als Halter tief verunsichern. Viele Menschen fühlen sich in solchen Momenten machtlos, weil sie ihren Vierbeiner so nicht kennen und nicht wissen, wie sie sofort helfen können. In meiner tierärztlichen Praxis begegne ich immer wieder Hunden, die in kurzer Zeit in einen Zustand echter Überforderung rutschen und Besitzern, die sich Sorgen machen, ob mit ihrem Liebling etwas Ernstes nicht stimmt.
Dieser Artikel soll dir Sicherheit geben: Du erfährst, wie du deinem Hund im akuten Moment beistehen kannst, welche Ursachen hinter Panikattacken stecken können und wie du deinen Vierbeiner langfristig stärkst, damit er wieder mehr Ruhe findet.
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Dr. Ilse Ertl
Dieser Beitrag wurde in Zusammenarbeit mit der Tierärztin Dr. Ilse Ertl erstellt. Sie besitzt seit 20 Jahren eine eigene Kleintierpraxis in der Nähe von München und gibt ihr Wissen gerne an interessierte Hundebesitzer weiter.
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Typische Symptome: Woran erkennst du eine Panikattacke beim Hund?
Eine Panikattacke erkennst du beim Hund daran, dass er plötzlich extrem belastet wirkt – ohne Vorwarnung und oft scheinbar ohne jeden Auslöser. Diese Situationen werden in der Verhaltenstherapie klar von Angstzuständen unterschieden: Panik ist deutlich intensiver.
Zu den häufigsten Anzeichen gehören:
- Starkes Zittern und ungewohnte Körperhaltungen
- Hecheln, obwohl der Hund sich nicht angestrengt hat
- Weit aufgerissene Augen, vergrößerte Pupillen
- Winseln, Jaulen oder Bellen, manchmal ohne Unterbrechung
- Rasende Bewegungen, Fluchtverhalten oder panisches Hin- und Herlaufen
- Nicht-Ansprechbarkeit, der Hund scheint „wie im Tunnel“
- Speicheln, Unruhe, Verstecken oder Klettern auf Menschen
- Verhaltensänderungen, die plötzlich auftreten, etwa dass der Hund Futter verweigert oder nicht mehr weiß, wohin mit sich
Einige Besitzer beschreiben es so, als würde ihr Hund „wie in einem schlechten LSD-Trip“ stecken – völlig überfordert und ohne Kontrolle über sein Verhalten. Natürlich ist dieser Vergleich nur bildlich gemeint, aber er verdeutlicht, wie intensiv solche Panikattacken beim Hund sein können.
Solche Situationen können unter anderem durch Geräusche, Schmerzen, Verdauungsprobleme, hormonelle Reaktionen oder Stress ausgelöst werden. Die Tierärztliche Hochschule Hannover berichtet in Studien von Fällen, in denen Panikattacken durch unerkannte Erkrankungen wie dem sogenannten „Werwolfsyndrom“ ausgelöst wurden – was zeigt, wie wichtig eine genaue Abklärung ist.
Vorsicht: Dann wird eine Panikattacke zum medizinischen Notfall
Auch wenn Panikattacken an sich selten lebensbedrohlich sind, können ähnliche Symptome auch auf schwere Erkrankungen hinweisen. Als Tierärztin ist mir wichtig, dass du weißt, wann du sofort tierärztliche Hilfe benötigst.
Bitte fahre direkt in eine Klinik oder Tierarztpraxis, wenn:
- dein Hund schlagartig kollabiert oder kaum noch Luft bekommt.
- der Bauch aufgebläht wirkt → Verdacht auf Magendrehung (Notfall!).
- der Hund nicht mehr ansprechbar wirkt oder Verwirrtheit zeigt.
- Krämpfe auftreten → kann Hinweis auf epileptische Anfälle sein.
- plötzlich starke Schmerzen auftreten (winseln beim Anfassen, gekrümmte Haltung).
- Giftverdacht besteht, z. B. durch Rinderhautknochen, verdorbenes Futter, Haushaltsmittel oder eine mögliche Vergiftung.
Wenn du den Eindruck hast, dein Hund „ist nicht er selbst“, sich nicht beruhigen lässt oder Anfälle immer wieder auftreten, sollte das unbedingt tierärztlich abgeklärt werden. Panik kann eine Reaktion auf Schmerzen, Herzerkrankungen, neurologische Probleme oder hormonelle Störungen sein. Besonders ältere Hunde zeigen nachts häufiger Panikattacken durch kognitive Veränderungen – etwas, das viele Besitzer zunächst nicht erkennen.
Soforthilfe: Was du JETZT tun kannst, wenn dein Hund in Panik gerät
Wenn dein Hund mitten in einer Panikattacke steckt, zählt vor allem eines: Handlungsfähigkeit trotz Stress. In meiner tierärztlichen Praxis erkläre ich Haltern immer wieder, dass ihr Verhalten in diesen ersten Minuten einen großen Unterschied machen kann. Panikattacken sind intensiv, aber du kannst deinem Hund helfen, schneller wieder Boden unter den Pfoten zu finden.
Eine sanfte Unterstützung kann deinem Hund helfen, in stressigen Momenten schneller zur Ruhe zu kommen. Die Vetura Beruhigungs-Formel eignet sich dafür als natürliche Ergänzung im Alltag.
Der 5-Schritte-Notfallplan
Eigene Ruhe stabilisieren
Hunde orientieren sich stark an deiner Körpersprache und Atmung. Wenn du ruhig bleibst, hilft das deinem Hund, sich nicht noch tiefer in den Angstzustand hineinzusteigern. Sprich leise, vermeide hektische Bewegungen und atme bewusst langsamer.
Reize reduzieren
Dimme das Licht, schließe Fenster, zieh Vorhänge zu und schalte laute Geräusche aus. Viele Panikattacken verstärken sich, wenn zu viele Eindrücke gleichzeitig auf den Hund einwirken. Je ruhiger die Umgebung, desto schneller kann sich dein Hund wieder orientieren.
Sichere Zone schaffen
Biete deinem Hund einen Ort an, an dem er sich zurückziehen kann – eine vertraute Ecke, sein Körbchen oder ein ruhiger Raum. Manche Hunde suchen von selbst Nähe, andere brauchen erstmal Abstand. Beides ist okay. Wichtig ist, dass er nicht eingeengt wird.
Körperkontakt anbieten
Wenn dein Hund Nähe sucht, kannst du ihm sanften Körperkontakt anbieten: eine Hand auf die Brust, ein leichter Druck am Brustkorb oder ruhiges Streicheln am Halsansatz. Wenn er zurückweicht, bitte nicht hinterherfassen – Panik ist kein Moment für Zwang.
Atemführung & langsame Bewegungen
Viele Hunde reagieren positiv darauf, wenn du dich ruhig neben sie setzt und langsam, betont gleichmäßig atmest. Einige orientieren sich direkt an diesem Rhythmus. Auch gleichmäßige, langsame Bewegungen können helfen, Spannung aus der Situation zu nehmen.
Was du in einer Panikattacke vermeiden solltest
In einer Panikattacke reagiert dein Hund nicht mehr logisch – er handelt aus purer Furcht. Deshalb können gut gemeinte Reaktionen manchmal das Gegenteil bewirken. In der Praxis sehe ich immer wieder Situationen, in denen Hunde durch bestimmte Maßnahmen noch unruhiger oder sogar aggressiv aus Angst reagiert haben.
Damit du deinen Hund nicht zusätzlich belastest, solltest du Folgendes vermeiden:
- Kein Festhalten oder Umklammern:
Wenn ein Hund panisch ist, kann körperlicher Zwang seine Angst verstärken. Manche Hunde geraten noch tiefer in den Panikmodus, weil sie das Gefühl haben, nicht fliehen zu können. - Nicht schimpfen oder laut werden:
Panik ist keine „Ungehorsamkeit“. Laute Stimme oder Strafen sorgen nur für mehr Stress und verunsichern deinen Hund zusätzlich. - Keine hektischen Bewegungen:
Schnelle, unvorhersehbare Bewegungen können den Alarmzustand verstärken. Ruhige, langsame Gesten helfen deinem Hund viel mehr. - Reize nicht unkontrolliert verstärken:
Türen zuschlagen, laute Musik, grelles Licht oder viele Menschen im Raum machen die Situation meist schlimmer. - Nicht versuchen, deinen Hund „rational zu überzeugen“:
In einer Panikattacke kann der Hund nicht „nachdenken“. Sätze wie „Ist doch nichts!“ oder ständiges Locken wirken auf viele Hunde eher verwirrend als beruhigend.
Wenn du diese Punkte beachtest, schaffst du eine Umgebung, in der dein Hund trotz Panik nicht noch weiter aus seinem Gleichgewicht rutscht. Das gibt ihm die beste Chance, wieder in einen ruhigeren Zustand zurückzufinden.
Warum bekommt mein Hund Panikattacken? Häufige Ursachen auf einen Blick
Auch wenn es für dich oft so wirkt, als käme die Panik „aus dem Nichts“, steckt fast immer ein Auslöser dahinter. In meiner tierärztlichen Arbeit sehe ich besonders häufig diese Gründe:
- Schmerzen oder körperliche Probleme: Rücken, Bauch, Zähne oder neurologische Reize können Panik auslösen, weil der Hund nicht versteht, was im Körper passiert.
- Geräusche: Gewitter, Silvester, Türen, Schritte im Treppenhaus – aber auch Töne, die wir Menschen nicht hören.
- Trennungsangst & Stress: Veränderungen in der Wohnung, Alleinbleiben oder Überforderung im Alltag.
- Traumatische Erfahrungen: Ein Geruch, ein Ort oder eine Bewegung kann alte Angstreaktionen aktivieren.
- Alter & Orientierungsschwierigkeiten: Besonders nachts können ältere Hunde panisch werden.
- Futterunverträglichkeiten oder Übelkeit: Manche Panikattacken beginnen, weil der Hund vorher starke Magenbeschwerden hatte.
Wenn du solche Muster beobachtest, lohnt sich eine genaue Abklärung – viele Auslöser lassen sich gut behandeln oder deutlich entschärfen.

Natürliche Unterstützung: Sanfte Mittel gegen Angst & innere Unruhe
Viele Hunde reagieren sehr empfindlich auf Stress – sei es durch laute Geräusche, einen Tierarztbesuch, Trennungsangst oder Veränderungen im Alltag. Typische Anzeichen wie Hecheln, Winseln, Rückzug oder Futterverweigerung zeigen dir, dass dein Hund überfordert ist. Wenn du diese Signale früh erkennst, kannst du viel dafür tun, dass sich Angst nicht weiter festigt.
In akuten Stresssituationen helfen vor allem deine Ruhe, sanfte Ansprache und ein sicherer Rückzugsort. Manche Hunde profitieren zusätzlich von einer natürlichen, sanften Unterstützung.
Ein Ergänzungsfutter wie die Vetura Beruhigungs-Formel kann deinen Hund dabei unterstützen, innere Unruhe zu reduzieren. Die Tropfen enthalten pflanzliche Inhaltsstoffe wie Baldrian, Passionsblume und Melisse und können einfach über das Futter oder ins Trinkwasser gegeben werden – ideal bei Gewitter, Silvester, Reisen oder Tierarztbesuchen.
Mit einer Kombination aus klaren Routinen, Nähe und natürlichen Hilfsmitteln findet dein Hund Schritt für Schritt zurück in mehr Sicherheit und Gelassenheit.

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Training & Verhaltenstherapie: So beugst du Panik langfristig vor
Damit Panikattacken nicht immer wieder auftreten, ist es wichtig, dass dein Hund Schritt für Schritt lernt, mit belastenden Situationen besser umzugehen. In meiner Arbeit mit verunsicherten Hunden zeigt sich immer wieder: Langfristige Sicherheit entsteht durch Training, klare Strukturen und positive Erfahrungen, nicht durch „Aushalten“ oder Strafe.
Ein erster wichtiger Baustein ist, dass dein Hund verlässlich weiß, was ihn im Alltag erwartet. Feste Rituale, ruhige Übergänge und genügend Schlaf reduzieren dauerhaft Stress. Zusätzlich kann eine Kombination aus Desensibilisierung (langsames Gewöhnen an Auslöser) und Gegenkonditionierung (Auslöser = etwas Positives) sehr hilfreich sein – zum Beispiel bei Geräuschangst, Trennungsangst oder Unsicherheiten in neuen Orten.
Auch kleine Übungen im Alltag unterstützen deinen Hund dabei, mutiger zu werden: Ruhiges Sitz-und-Bleib, kurze Suchspiele, kontrollierte Begegnungen oder das Einüben eines „Sicherheitsortes“, an dem dein Hund zuverlässig entspannen kann. Wenn die Panikattacken häufig oder sehr stark sind, kann eine Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Verhaltenstherapeuten oder einer Hundetrainerin sinnvoll sein, um individuell passende Schritte zu entwickeln.
Mit Geduld, klarer Kommunikation und kleinen positiven Erfolgsmomenten kannst du deinem Hund helfen, langfristig wieder mehr Sicherheit aufzubauen.
Wann du unbedingt zum Tierarzt gehen solltest
Auch wenn viele Panikattacken „nur“ wie extreme Angst aussehen, können ähnliche Symptome auf ernsthafte Erkrankungen hinweisen. Deshalb ist es wichtig, dass du aufmerksam bleibst und im Zweifel tierärztlichen Rat einholst. In meiner Praxis sehe ich immer wieder Hunde, bei denen hinter der vermeintlichen Panik etwas völlig anderes steckte – von Schmerzen bis hin zu neurologischen Problemen.
Du solltest deinen Hund sofort tierärztlich vorstellen, wenn:
- die Panikattacke ungewöhnlich stark oder langanhaltend ist
- dein Hund nicht ansprechbar wirkt oder Orientierung verliert
- der Bauch plötzlich stark aufgebläht ist (Verdacht auf Magendrehung – absoluter Notfall)
- Krämpfe, Zittern oder unkontrollierte Bewegungen auftreten
- dein Hund beim Anfassen stark schreit oder deutliche Schmerzen zeigt
- ein Verdacht auf Vergiftung besteht (z. B. ranzige Kauknochen, unbekannte Futterquellen, Haushaltsmittel)
Wenn Panikattacken regelmäßig vorkommen oder sich verstärken, solltest du das ebenfalls abklären lassen. Je früher die Ursache erkannt wird, desto besser stehen die Chancen, dass dein Hund wieder Sicherheit und Ruhe findet.
Fazit: Mit der richtigen Unterstützung finden viele Hunde wieder zu mehr Ruhe
Panikattacken wirken im ersten Moment erschreckend, sowohl für dich als auch für deinen Vierbeiner. Doch mit dem richtigen Wissen und einer ruhigen Haltung kannst du deinem Hund Schritt für Schritt mehr Sicherheit zurückgeben. Viele Hunde reagieren bereits auf kleine Veränderungen im Alltag und Training deutlich entspannter.
Du bist nicht allein und dein Hund ist mit dieser Herausforderung weder „kaputt“ noch „komisch“. Mit etwas Verständnis, Geduld und einer guten tierärztlichen Begleitung lassen sich Panikattacken bei Hunden gut in den Griff bekommen. Auf diese Weise kann dein Hund wieder lernen, sich in seiner Welt sicher und geborgen zu fühlen.
Häufige Fragen zu Panikattacken beim Hund
Die Beruhigungs-Formel für Hunde wurde entwickelt, um Hunde bei Stress und Angst zu unterstützen.

