Degenerative Myelopathie beim Hund: Symptome, Verlauf und sanfte Unterstützung

Degenerative Myelopathie Hund

Wenn der geliebte Hund beim Gassigehen plötzlich mit den Hinterpfoten über den Boden schleift oder die Hinterhand immer wieder schwächelt, ist die Sorge natürlich groß. Steht nach dem Tierarztbesuch schließlich die Diagnose Degenerative Myelopathie im Raum, ist das für viele Hundebesitzer erst einmal ein Schock.

Diese schleichende Erkrankung tritt meist im höheren Alter auf und stellt das Leben von Hund und Halter auf den Kopf. Doch ich möchte dir direkt Mut zusprechen: Auch mit einer degenerativen Myelopathie kann dein Vierbeiner noch eine sehr schöne und würdevolle Zeit erleben. In diesem Artikel schauen wir uns die ersten Symptome an und ich zeige dir, wie wir die Lebensqualität deines Lieblings im Alltag gemeinsam aufrechterhalten können.

Dein Hund schleift mit den Hinterpfoten? Was man unter der degenerativen Myelopathie versteht

Die degenerative Myelopathie – kurz DM – ist eine unheilbare, langsam fortschreitende Rückenmarkserkrankung, bei der sich das Nervengewebe im Rückenmark nach und nach unaufhaltsam auflöst und abbaut.

Für eine genaue Beschreibung der Entstehung und Pathogenese dieser speziellen Krankheit müssen wir auf die genetische Ebene schauen: Die Ursache liegt tief in der Erbsubstanz. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass eine Mutation des SOD1-Gens für das Leiden verantwortlich ist. Im gesunden Körper fungiert das durch dieses Gen produzierte Protein, die sogenannte Superoxid Dismutase, als lebenswichtiger Radikalfänger. Es schützt die Zellen vor aggressiven Abfallprodukten des Stoffwechsels, den sogenannten freien Radikalen.

Durch die genetische Störung fehlt dieser Schutz jedoch, wodurch die freien Radikalen die Zellintegrität im Rückenmark ungehindert angreifen können. Die Folge ist eine fortschreitende Degeneration und das unwiderrufliche Absterben der Nervenzellen, der langen Nervenfasern – der sogenannten Axone – und der isolierenden Nervenbahnen. Durch diesen Verlust und die stetige Zerstörung der sensiblen Rückenmarksbahnen wird der schnelle Kommunikationsweg zwischen Gehirn und Hinterhand buchstäblich gekappt. Die räumliche Koordination – in der Fachsprache Ataxie genannt – und die Feinmotorik schwinden zunehmend.

💡 Hinweis: Viele Halter erkennen diese schwerwiegende Erkrankung zuerst daran, dass ihr Liebling mit den Hinterpfoten unkontrolliert über den Asphalt kratzt. Wenn dir ein solches Stolpern oder Schleifen auffällt, solltest du umgehend deinen Tierarzt aufsuchen! Das Problem liegt nämlich nicht direkt an den Pfoten oder einer rein muskulären Schwäche der Hinterbeine, sondern an fehlenden Nervensignalen aus dem Rückenmark – und eine schnelle ärztliche Abklärung ist extrem wichtig, um behandelbare, akute Notfälle sofort auszuschließen.

Das Wichtigste in Kürze


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Die Krankheit

Die degenerative Myelopathie (DM) ist eine langsam fortschreitende Erkrankung, die vor allem ältere Hunde betrifft und sich nach und nach auf den Bewegungsapparat auswirkt.



Diagnose sichern: Der SOD1-Gentest für die DM beim Hund

Da die klinische Symptomatik der degenerativen Myelopathie zu Beginn oft anderen Rückenmarkserkrankungen, wie einem Bandscheibenvorfall oder Tumoren, ähneln kann, ist eine präzise Untersuchung unerlässlich. Den entscheidenden Durchbruch in der Diagnose brachte die Entdeckung des verantwortlichen Gens. Heute ist ein spezieller Gentest der Goldstandard, um das individuelle Risiko eines Hundes zu bestimmen. Bei diesem Test wird die Erbsubstanz auf die spezifische Mutation im SOD1-Gen untersucht. Man unterscheidet dabei meist drei Ergebnisse:

  1. Frei: Der Hund trägt keine Mutation und wird nicht an dieser Form der DM erkranken.
  2. Träger: Der Hund trägt ein mutiertes Gen, zeigt aber meist selbst keine Symptome, kann die Veranlagung aber vererben.
  3. At Risk: Es liegen zwei Kopien des mutierten Gens vor. Hier ist das Risiko extrem hoch, dass die Krankheit im Alter tatsächlich ausbricht.

Es ist wichtig zu verstehen, dass der Test lediglich eine genetische Veranlagung nachweist. Die endgültige Diagnose stellt der Tierarzt immer in der Kombination aus diesem Testergebnis und dem Ausschluss anderer Ursachen für die Lähmung oder Ataxie.

Symptome und Verlauf: So entwickelt sich die Erkrankung

Die degenerative Myelopathie ist besonders tückisch, da sie schleichend beginnt. Oft wird das leichte Krallenkratzen zunächst als harmlose Alterserscheinung abgetan. Doch die Degeneration schreitet unaufhaltsam voran. Der Verlauf lässt sich typischerweise in verschiedene Phasen unterteilen:

Phase 1: Das Anfangsstadium

In dieser ersten Zeit bemerkst du meist nur kleine Veränderungen in der Feinmotorik. Dein Hund zeigt eine leichte Ataxie der Hinterhand – er schwankt beim Laufen minimal oder setzt die Pfoten unsicher auf.

  • Abschleifen der Krallen: Ein ganz typisches Anzeichen ist das Abschleifen der mittleren Krallen an den Hinterpfoten, da die Füße beim Gehen nicht mehr voll angehoben werden.
  • Koordinationsverlust: Es zeigt sich eine zunehmende Störung in der Koordination, besonders bei engen Wendungen.
  • Schmerzfreiheit: Besonders wichtig für dich als Halter ist, dass dein Hund in dieser Phase keinerlei Schmerzen hat!
  • Hohe Motivation: Er ist weiterhin motiviert und möchte gerne laufen, auch wenn die Hinterbeine nicht mehr perfekt gehorchen.

Phase 2: Die fortschreitende Schwäche

Mit dem weiteren Absterben der Nervenzellen wird die Muskelschwäche deutlicher und die neurologischen Ausfälle nehmen zu.

  • Parese: Aus der reinen Koordinationsstörung entwickelt sich eine zunehmende Parese (unvollständige Lähmung).
  • Wegknicken und Überkreuzen: Dein Hund knickt nun öfter mit den Hinterbeinen weg oder überkreuzt sie im Stehen.
  • Muskelatrophie: Die Muskulatur an der Hinterhand beginnt sichtbar zu schwinden, da die Nervenzellen keine Reize mehr an die Zellen der Muskeln senden.
  • Erschwertes Aufstehen: Das Aufstehen aus dem Liegen fällt zunehmend schwerer und erfordert oft mehrere Versuche.
  • Hilfsbedürftigkeit: Die Entwicklung schreitet nun meist schneller voran und die Unterstützung durch Gehhilfen oder Tragegurte wird im Alltag immer wichtiger.

Lebensqualität erhalten: Physiotherapie und Übungen für den Alltag

Auch wenn die degenerative Myelopathie nach aktuellem Stand der Wissenschaft nicht heilbar ist, bedeutet die Diagnose keinesfalls, dass du tatenlos zusehen musst. Das oberste Ziel der Behandlung ist es, das Fortschreiten der Symptomatik so weit wie möglich hinauszuzögern. Da die Nervenzellen im Rückenmark unwiderruflich geschädigt werden, ist gezielte Bewegung dein wichtigstes Werkzeug: Wir müssen die verbleibende Muskulatur so stark trainieren, dass sie die fehlende neurologische Steuerung bestmöglich kompensieren kann.

Die Physiotherapie spielt hierbei eine zentrale Rolle. Besonders das Training auf einem Unterwasserlaufband hat sich bewährt, da der Auftrieb des Wassers die Gliedmaßen entlastet, während der Widerstand die Muskeln effektiv kräftigt. Für den Alltag zu Hause kannst du ebenfalls viel tun:

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Isometrische Übungen für mehr Stabilität

Sanfter Druck gegen die Beine deines stehenden Hundes regt die Nervenbahnen an und stärkt die Standstabilität. Indem du deinen Hund ganz leicht aus dem Gleichgewicht bringst (ohne dass er umfällt!), zwingst du die Muskulatur dazu, feine Ausgleichsbewegungen zu machen. Dies fördert die Kommunikation zwischen den verbliebenen Zellen im Rückenmark und den Muskeln.

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Untergrund-Training zur Reizförderung

Kurze Spaziergänge auf verschiedenen Untergründen wie Sand, hohem Gras oder Kies fördern die verbliebene Koordination und die sensorische Wahrnehmung der Pfoten. Jeder wechselnde Bodenbelag sendet unterschiedliche Impulse über die Rückenmarksbahnen an das Gehirn und hilft dabei, die neurologische Landkarte im Kopf deines Hundes so lange wie möglich „wach“ zu halten.

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Propriozeptionstraining gegen das Schleifen

Das Übersteigen kleiner Hindernisse, wie Cavaletti-Stangen oder flache Baumstämme, ist ein hervorragendes Training für die Hinterhand. Es zwingt den Hund dazu, die Hinterbeine aktiv anzuheben, anstatt sie nur nachzuziehen. Dieses Training verbessert die bewusste Kontrolle über die Gliedmaßen und wirkt der typischen Ataxie entgegen.

Den Körper ganzheitlich stärken: Nährstoffe für Nerven und Muskulatur

Um den Verlust an Mobilität zu verlangsamen, muss der Körper deines Hundes von innen heraus optimal versorgt werden. Da die Degeneration durch eine genetisch bedingte Anfälligkeit gegenüber freien Radikalen vorangetrieben wird, ist der Einsatz spezifischer Nährstoffe ein essenzieller Teil eines ganzheitlichen Ansatzes. Wir möchten die Zellintegrität schützen und die Regeneration der verbliebenen Nervenzellen unterstützen.

Besonders wichtig sind hierbei hochdosierte B-Vitamine, da diese als „Nervenvitamine“ bekannt sind und eine entscheidende Rolle im Stoffwechsel der Axone spielen. Da Hunde mit DM durch ihr unsicheres Gangbild oft Fehlbelastungen entwickeln, werden zudem die Gelenke der Vorderhand und des Rückens übermäßig beansprucht. Dies erhöht das Risiko für sekundäre Myelopathien oder schmerzhafte Arthrosen.

Wer seinen Vierbeiner bestmöglich unterstützen möchte, sollte auf eine gezielte Kombination gelenksaktiver Substanzen setzen. Hierfür empfehle ich unsere Gelenk-Formel für Hunde, die auf 12 wissenschaftlich fundierten Inhaltsstoffen basiert. Dieser Mix ist ideal auf die Bedürfnisse von Hunden zugeschnitten, deren Bewegungsapparat durch das Alter oder hohe körperliche Belastungen gefordert ist. Durch wertvolle Bestandteile wie MSM, Kollagen, Hyaluronsäure und Hagebuttenpulver – ein effektiver Radikalfänger – wird die Agilität deines Hundes dort gefördert, wo es am wichtigsten ist.

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Fazit: Schenke deinem Hund trotz Diagnose ein würdevolles Leben

Die Diagnose Degenerative Myelopathie mag zunächst ein Schock für dich sein, doch sie bedeutet nicht das Ende der gemeinsamen Freude. Auch wenn die Degeneration der Nervenbahnen aufgrund der Mutation des SOD1-Gens unaufhaltsam scheint, verläuft diese Rückenmarkserkrankung zum Glück völlig schmerzfrei.

Durch eine gezielte Behandlung, die auf Radikalfänger gegen freie Radikale und konsequente Bewegung setzt, lässt sich das Absterben der Nervenzellen und Axone zwar nicht stoppen, aber das Fortschreiten der Krankheit oft verlangsamen. Nutze Hilfsmittel wie Tragegurte oder einen Rollstuhl, wenn die Lähmung der Hinterhand zunimmt, um die Ataxie auszugleichen. Solange dein Hund neugierig mit den Pfoten im Gras steht, lohnt sich jeder Aufwand. Als Tierärzte stehen wir an deiner Seite, damit dein Liebling trotz DM ein würdevolles und glückliches Leben führt.

Häufige Fragen zur degenerativen Myelopathie beim Hund

Nein, die degenerative Myelopathie an sich verläuft für deinen Hund absolut schmerzfrei, da die Nervenbahnen lediglich ihre Funktion verlieren, ohne Entzündungssignale zu senden. Allerdings können durch das instabile Gangbild schmerzhafte Verspannungen oder Überlastungen in der Vorderhand und dem Rücken entstehen. Eine ganzheitliche Unterstützung der Gelenke ist daher wichtig, um diese sekundären Beschwerden zu minimieren.

Besonders oft tritt die Schäferhund Myelopathie auf, aber auch beim Berner Sennenhund, Boxer, Rhodesian Ridgeback und Corgi ist die genetische Störung verbreitet. Grundsätzlich kann die Erkrankung jedoch bei fast allen Rassen vorkommen, wenn die entsprechende SOD1-Mutation in der Erbsubstanz vorliegt.

Die Entwicklung ist individuell sehr verschieden, verläuft aber meist über einen Zeitraum von sechs bis 24 Monaten. Während anfangs nur ein leichtes Schleifen der Hinterpfoten auffällt, kann es im späteren Verlauf zu einer vollständigen Lähmung der Hinterhand kommen.

Da die Ursache in den Genen liegt, lässt sich der Ausbruch bei einem „At Risk“-Hund derzeit leider nicht verhindern. Man kann jedoch durch die frühzeitige Gabe von Antioxidantien gegen freie Radikale und regelmäßige Bewegung versuchen, die Zellen und das Rückenmark so gesund wie möglich zu halten.

Ein Rollstuhl ist dann eine großartige Hilfe, wenn die Ataxie so stark ist, dass der Hund die Hinterbeine nicht mehr stabil koordinieren kann. Er entlastet die Vorderhand und ermöglicht es dem Tier, weiterhin aktiv am sozialen Leben teilzunehmen, ohne vorzeitig zu ermüden.

Die Lebenserwartung nach der Diagnose ist individuell verschieden und hängt stark vom Pflegeaufwand sowie dem Fortschreiten der Erkrankung ab. In der Regel verbleibt betroffenen Hunden ein Zeitraum von etwa sechs Monaten bis zu zwei Jahren, bevor die Lähmung die Lebensqualität zu stark einschränkt. Durch gezielte Physiotherapie und Hilfsmittel lässt sich diese Zeit jedoch oft sehr würdevoll und aktiv gestalten.

Unsere Gelenk-Formel für Hunde wurde entwickelt, um den Bewegungsapparat deines Hundes zu unterstützen und ihm seine Lebensfreude zurückzugeben.

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